Neuer Fokus in der katholischen Sexualmoral

Akademische Quellen

Auf unserer Webseite  www.womenpriests.org haben wir einige Dokumente veröffentlicht, die sexuelle Richtlinien enthalten, um Katholiken zu helfen. Wir entschieden uns, solche Ratschläge anzubieten, weil viele Katholiken verwirrt sind und uns um solche Ratschläge bitten.

In diesem Dokument bieten wir eine ausgewählte Literaturliste an, die theologische und akademische Grundlagen für die Standpunkte die wir präsentieren bietet. Angestachelt vom Zweiten Vatikanischen Konzil haben katholische Moraltheologen eine dreifache Verschiebung des Fokusses erreicht (auch wenn sich vieles davon überlappt):

1. Die Verschiebung von ontologischen Konstruktionen von Geschlecht, Ehe und Sexualität zur empirischen Entdeckung von Geschlecht, Ehe und Sexualität

2. Die Verschiebung von „augustinischem“ Dualismus zum Feiern des wunderbaren Geschenks von Körper, Geschlecht und Sexualität

3. Die Verschiebung von gesetzeszentrierter Sexualethik zu personenzentrierter Sexualethik

1. Die Verschiebung von ontologischen Konstruktionen von Geschlecht, Ehe und Sexualität zur empirischen Entdeckung von Geschlecht, Ehe und Sexualität

Die traditionelle Betrachtungsweise definiert die „Natur“ von Männlichkeit und Weiblichkeit, von dem was Ehe und Sex begründet. Sie gründet häufig auf antiquierten und widerlegten historischen Konstrukten. Texte der Schrift wurden eher im Lichte solcher Konstrukte interpretiert als im „beabsichtigten Blickwinkel“ der Texte selbst.

Der Fokus liegt nun auf dem was wir über Geschlecht und Ehe aus der Wissenschaft (Evolution, Biologie, Psychologie, Soziologie usw.) lernen und von der christlichen Erfahrung, „Mann“ oder „Frau“ zu sein und aus tiefen liebevollen christlichen Beziehungen. Die Botschaft der Schrift wird innerhalb der beabsichtigten Bedeutung und des begrenzenden Kontextes jeder Passage interpretiert.

Ausschließlich ausgewählte Bibliographie:

Allgemein

•      Charles Curran & Richard McCormick (Hrsg.), Dialog über christliche Sexuallehre, Paulist Press, New York 1993.

•      Jack Dominian und Hugh Montefiori, Gott, Sex und Liebe, SCM, London 1987.

•      Vincent Genovesi, Im Streben nach Liebe: Katholische Moral und menschliche Sexualität, Gill & Macmillan, Dublin 1987.

•      Philip Keane, Sexualmoral: Eine katholische Perspektive, Gill & Macmillan, Dublin 1977.

•      Kevin T. Kelly, Neue Richtungen in der Moraltheologie, Geoffrey Chapman, London 1992.

•      Kevin T. Kelly, Neue Richtungen in der Sexualethik, Geoffrey Chapman, London 1998.

•      Anthony Kosnik und andere, Menschliche Sexualität. Neue Richtungen im katholischen Denken, Search Press, London 1977.

•      Jean-Marie Pohier, “Recherches sur les Fondements de la Morale Sexuelle Chrétiennne”, Revue des Sciences Philosophiques et Theologiques 54 (1970) S. 3-23, 2-1-226.

Die Erfahrungsdimension

•      Joseph Fletcher, Situationsethik: Die neue Moral, Westminster Press, Philadelphia 1966.

•      Ellen Leonard, “Erfahrung als Quelle der Theologie”, Tagungsberichte der Amerikanischen Katholischen Theologengesellschaft (1988) S. 44-61.

•      Susan L. Secker, “Menschliche Erfahrung und die Erfahrung von Frauen: Quellen für christliche Ethik”, Jahrbuch der Gesellschaft für christliche Ethik 1991, S. 133-150.

Die Sexualität der Frau

•      Anne E. Carr, Das Bewusstsein befreien: Feministische Erkundungen in der katholischen Moraltheologie, SCM, London 1996.

•      Chester Gillis, “Feministische Theologie, Römischer Katholizismus und Entfremdung”, Horizons (1993) S. 280-300.

•      Elaine Graham, Den Unterschied machen: Geschlecht, Persönlichkeit und TheologieG, Mowbray, London 1995.

•      Susan Frank Parsons, Feminismus und christliche Ethik, Cambridge University Press 1996.

•      Rosemary Radford Ruether, Sexismmus und Gott-Gespräch: Hin zu einer feministischen Theologie, SCM, London 1983.

•      Alison Webster, Wollend gefunden: Frauen, Christentum und Sexualität, Cassell London 1995.

Homosexualität

•      Timothy Bradshaw (Hrsg.), Der Weg nach vorne? Chrsitliche Stimmen zu Homosexualität und Kirche, Hodder & Stoughton, London 1997.

•      Jeannine Gramick & Robert Nugent (Hrsg.), Stimmen der Hoffnung: Eine Sammlung positiver katholischer Stimmen zu schwulen und lesbischen Themen, Zentrum für Homophobieerziehung, New York 1995.

•      John McNeill, Freiheit, Glorreiche Freiheit: Die spirituelle Reise zur Fülle des Lebens für Schwule, Lesben und alle anderen, Boston 1995.

•      Elizabeth Stuart, Nur gute Freunde: Hin zu einer lesbischen und schwulen Theologie von Beziehungen, Mowbray, London 1995.

•      Gareth Moore OP, Eine Frage der Wahrheit – Christentum und Homosexualität, Continuum 2003. “Irgendjemand möge schon einen stichhaltigen Beweis für die Unmoral der Homosexualität finden, aber wenn die Anwendung von scharfem Verstand ch all der Zeit noch keinen gefunden hat, sind wir berechtigt zu denken daß kein solches Argument gefunden werden kann… Die Kirche produziert im Augenblick keine guten Argumente um sie zu verbuchen. Bedauerlicherweise lehrt die Kirche auf diesem Gebiet schlecht.”

•      Professor Daniel C. Maguire, Eine katholische Verteidigung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Veröffentlicht in Die Religiöse Konsultation zu Bevölkerung, Reproduktionsmedizin und Ethik, April 2006.

•      Simon LeVay, Schwul, lesbisch und die Gründe dafür: Die Wissenschaft der sexuellen Orientierung, 2011.

Lesen Sie hier Zitate aus empfehlenswerten katholischen Büchern

2. Die Verschiebung von „augustinischem“ Dualismus zum Feiern des wunderbaren Geschenks von Körper, Geschlecht und Sexualität

Augustinus (und andere) injizierte negative Gedanken über den physischen Körper, Sex und Geschlechtsverkehr in den Mainstream katholisc her (und christlicher) Tradition. Sex wurde für an sich suspekt angesehen, als vom Bösen kommend und zum Bösen führend, nur als „notwendiges Übel“ zur Fortpflanzung geduldet.

Der Fokus liegt nun darauf daß der Körper mit all seiner Sexualität an sich gut ist. Sex spielt eine wesentliche und genießbare Rolle in intimen menschlichen Beziehungen.

Ausschließlich ausgewählte Bibliographie:

„Augustinischer“ Sexualdualismus

•      Peter Brown, Körper und Gesellschaft: Männer, Frauen und sexuelle Entsagung im frühen Christentum, Faber & Faber, London 1988.

•      John J. Hugo, Augustinus über Natur, Sex und Ehe, Scepter, Chicago 1969.

•      Kim Power, Verhülltes Begehren – Augustinus über Frauen, Continuum, New York 1996.

Sex und die Neubewertung von „Körperlichkeit“

•      James Keenan, „Christliche Blickwinkel zum menschlichen Körper“, Theologische Studien 53 (1994) S. 330-346.

•      Gareth Moore, Der Körper im Zusammenhang: Sex und Katholizismus, SCM, London 1992.

•      Elizabeth Moltmann-Wendel, Ich bin mein Körper: Neue Wege der Verkörperung, SCM, London 1992.

•      James B. Nelson, Verkörperung: Eine Annäherung an Sexualität und christliche Theologie, SPCK, London 1978.

Das christliche Genießen von Sex

•      Andrew Greeley, Sexuelle Intimität, Thomas More Press, Chicago 1973.

•      Andrew Greeley, Liebe und Spiel, Thomas More Press, Chicago 1975.

3. Die Verschiebung von gesetzeszentrierter Sexualethik zu personenzentrierter Sexualethik

Traditionell wird Sexualmoral im Sinne von Regeln und Regulierungen, in Gesetzen die von Gott in Natur und Offenbarung auferlegt wurden, gedeutet.

Der neue Fokus betrachtet solche äußeren Normen und Ideale als durch die Umstände und das Gewissen jedes Individuums vergütet.

 

Ausschließlich ausgewählte Bibliographie:

Sex in der Ehe – Der Gebrauch von Verhütungsmitteln

•      Charles E. Curran (Hrsg.), Verhütung: Authorität und widerspruch, Herder and Herder, New York 1969.

•      Charles E. Curran, Aktuelle Probleme in der Moraltheologie, Fides, Notre Dame 1970.

•      Robert Hoyt (Hrsg.), Die Debatte zur Empfängnisverhütung, National Catholic Reporter, Kansas 1968.

•      John Noonen, Verhütung: Eine Geschichte ihrer Handhabung durch die katholischen Theologen und Kirchenrechtler, Harvard University Press, Cambridge 1965.

Intimität und Sexualethik

•      Jack Dominian, Sexuelle Integrität: Die Antwort auf AIDS, Darton, Longman & Todd, London 1987.

•      Elaine Storkey, Die Suche nach Intimität, Hodder & Stoughton, London 1995.

Sex, die Person und persönliche Selbsterfüllung

•      Peter Bertocci, Sex, Liebe und Person, Sheed & Ward, Kansas 1969.

•      Eugene Kennedy, Was ein moderner Katholik über Sex glaubt, Thomas More Press, Chicago 1971.

•      Michael Valente, Sex, Die radikale Sichtweise eines katholischen Theologen, Bruce, New York 1971.

Das Primat des Gewissens

•      Joseph Fuchs, “Die Absolutheit moralischer Bestimmungen”, Gregorianum 52 (1971) S. 415-458

•      Joseph C. Wynn (ed), Sexualethik und christliche Verantwortung, New York 1970.

John Wijngaards